SPEED

SPEED KILLS CONTENT.
URAUFFÜHRUNG

„Egal ob in New York, Wien oder Dornbirn – was sich im Vorfeld dieser Produktion aus unzähligen Gesprächen mit Menschen verschiedenen Alters abgezeichnet hat, ist jene diffuse Zukunftsangst, der Verlust jener Sicherheit, welche uns die Demokratie bislang zu geben schien. Genau diese wird nun seit geraumer Zeit befeuert.

Ein allseits be- und herbeigeschriebener Siegeszug der extremen Rechten, ein mangels gemeinsamer Visionen der demokratischen Parteien vorerst gescheiterter Versuch, diese Bedrohung zu stoppen, liefert für unsere neueste Produktion das ständige Hintergrundrauschen. Kriegsbedrohungen, Klimakrise, ein um sich greifender Turbokapitalismus erhitzt zudem die Temperatur der Performance.

Vor dieser Drohkulisse widmen wir uns nun in ‚SPEED‘ den individuellen Nöten und Sehnsüchten des Einzelnen. Scheint doch für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung der schiere Überlebenskampf – Stichwort Teuerung – jegliches Nachdenken über eine gerechte und freie Gesellschaft in einer lebenswerten Umwelt zu verdrängen. Und was beschäftigt uns, neben den Zumutungen unserer Zeit, sonst noch? Was hat da noch Platz in unserem ganz privaten Kosmos?

Kommt sie noch, die alles erfüllende Liebe? Können wir sie noch erleben, die Autonomie, das selbstbestimmte Leben, das wir uns erträumt haben? Der erfüllende Job, die Möglichkeit, uns ständig neu zu erfinden? War’s das schon, war das alles? Und wo sind die großen Entwürfe, der Mut zum wütig-lustvollen Sprengen von Grenzen, von mir selbst oder anderen gesetzt. Oder wo bleibt der Humor, der die Kraft hat, Abstand zu schaffen und alles Totalitäre zu zersetzen?

Zwei Schritte vor, Taktwechsel, drei Schritte zurück. Das Ensemble zählt Schritte und Takt, dazwischen – mitunter auch gleichzeitig – wird gesprochen. Ähnlich unserem Alltag: dies erledigen, jenes erledigen. Nur nicht aus dem Takt kommen. Rasend im lähmenden Stillstand. Immer weiter. Immer schneller. Mit Volldampf wohin? Und für wen? Womit wir wieder bei der Politik wären.

Was uns allen bleibt, ist die Hoffnung auf einen Schritt zur Seite.“

Theatermacher Martin Gruber über die neue Produktion ‚Speed (kills content)‘

                  
Datum Zeit Stück Spielstätte Ort
10.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien (Öff. GP)
11.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien (Premiere)
13.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien
15.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien
16.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien
17.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien
18.01.26 19.30 SPEED Theater am Werk Wien

Reaktionen

„Martin Gruber und das Aktionstheater Ensemble zeigen uns einen Überlebenskampf, von dem wir glauben, dass er irgendwann einmal stattfinden wird. Weit gefehlt. Wir haben noch nicht begriffen, dass wir uns bereits mittendrin befinden. Als einer der ganz Wenigen hat es Martin Gruber verstanden, wohin die Reise geht und wo wir heute stehen. (…) Glänzende schauspielerische Leistung. Musik vom Feinsten. Ein kurzweiliger Abend, an dem nicht nur eine Lunte gezündet wird, sondern eine Bombe platzt. Standing Ovations und lang anhaltender Applaus.“

Vorarlberger Nachrichten

„Kürzlich gastierte das Aktionstheater Ensemble in New York. So etwas habe man noch nicht gesehen, staunte die amerikanische Kritik. Fürwahr die künstlerische Marke, die der Vorarlberger Martin Gruber seit 1989 aufgebaut hat, ist einzigartig. Auf der Bühne landen innerhalb des Ensembles geführte Gespräche, die Gruber mit dem Dramaturgen Martin Ojster zu einem rasanten Textbombardement zusammenbaut, garniert mit Live-Musik und smoother Choreografie. (…) Erstmals damit Konfrontierte bläst so ein Abend fix weg (…) Im Takt von France Galls übermütigem ‚Laisse tomber les filles‘ steigern sich Verschwitztheit und Verzweiflung bis zur Klimax.“

nachtkritik.de

„Gesellschaftskritisches Theater erster Güte (…) Die Produktion besticht nicht nur mit schauspielerischer Leistung und überragenden Pointen. Vielmehr ist es ein Stück, das die Zusehenden ernst nimmt und gerade durch die dargestellte Unmenschlichkeit einen selten gewordenen Humanismus ausstrahlt.“

Neue Vorarlberger Tageszeitung

„Mit ‚Speed (kills content)‘ beweist Martin Gruber mit seinem Aktionstheater erneut, dass dieses Ensemble eine eigene Kategorie von Theater geschaffen hat. Im neuen Stück wurde bei der Betrachtung und Thematisierung der Zustände zudem ein Zahn zugelegt. Das Publikum zog mit und bedachte die Uraufführung (…) mit Standing Ovations. (…) Nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums, auch dessen Ressentiments werden überprüft, und zwar ungemein scharfsinnig.“

APA – Austria Presseagentur, Salzburger Nachrichten, Kleine Zeitung, etc.

„Diese Verletzlichkeit schmerzt bis in die letzte Reihe auf der Zuschauertribüne. (…) Dadurch liefert das Ensemble unglaublich lebendiges, waches Theater – hier wird Realität nicht abgemalt, sondern ein Raum geschaffen, in dem sie reflektiert werden kann. In dem jeder in Resonanz gehen kann, in Auseinandersetzung – zum Beispiel mit sich selbst.“

Kronen Zeitung

„Trifft auch diesmal die wunden Stellen unseres Lebens. (…) Doch – wie immer bei Gruber – trotz aller Katastrophen lassen sich die sechs nicht unterkriegen. Speed kills vielleicht content. Aber nicht den Lebenswillen.“

Der Standard

„Was die Fi­gu­ren des Ak­ti­ons­thea­ters En­sem­ble im Stück ‚Speed (kills con­tent)‘ auf­zei­gen, ist, dass man sich selbst nicht ent­kom­men kann  (…) Wie auch in den vor­he­ri­gen Stü­cken spie­len sich die Schau­spie­ler:in­nen im­mer selbst – auf über­höht iro­ni­sche Wei­se. Was sie da­bei in den we­ni­gen Sze­nen an Klei­nig­kei­ten von sich preis­ge­ben, reicht schon aus, um ei­nen blei­ben­den Ein­druck zu ver­mit­teln und sie auf emo­tio­na­le Wei­se zu ent­hül­len.“

Saiten Magazin (CH)

„Für 90 Minuten entsteht ein Sog, ein eigener Kosmos, der Sinne, Verstand und Herz gefangen nimmt. (…Gruber besitzt ein seltenes Gespür, eine Empfänglichkeit, die selbst feinste Erschütterungen wahrnimmt. Er ist ein Seismograph, der Stimmungen aufnimmt und in präzise körperliche und sprachliche Formen übersetzt – unverkennbar, eigenständig. ( …) Die sechs Darsteller:innen leisten Außergewöhnliches. Sie erzählen nicht nur, sie durchleben das Gesagte – physisch, emotional, kompromisslos. (…) Die Musiker weben einen Soundteppich, der die Szenen nicht nur begleitet, sondern antreibt, irritiert, auflädt. (…) – ein unverzichtbarer, grandioser Teil dieses intensiven Theaterabends.“

KULTUR Zeitschrift