HUMAN

ICH BIN MENSCH.
URAUFFÜHRUNG

Es ist ja mittlerweile schon fast eine Binsenweisheit, dass soziale Medien oder KI Chatbots, neben allen Benefits, dazu angetan sind, uns in eine soziale Isolation zu führen. Eine Kommunikation also, mit keinem realen, also wirklich reagierenden, Gegenüber. Der ständige Vergleich mit einem gefakten Ideal, welches ich niemals erreichen kann, tut ihr Übriges.

Wir treffen auf eine Stimmung, die auf eine, wie auch immer geartete, ständige Optimierung unseres Mensch-Seins hinausläuft (also schöner, intelligenter und vor allem reicher werden).

Diesem simplen Optimierungswahn, nebst den Nutznießern: Technologiekonzerne und Populisten, setzen wir das immer wieder strauchelnde, suchende, gleichzeitig träumende Individuum entgegen. Und erst hier beginnt die Performance:

Die hochschwangere Isabella hat zwar „null Kohle“, freut sich aber auf ihr Kind. Benjamin hat zwar, dank Rationalisierungsmaßnahmen, neben vielen anderen, seinen Job im Call-Center verloren. Er glaubt aber noch an eine Karriere als Schauspieler. Kirstin zieht sich Melania Trump Videos rein und arbeitet an ihrer Empathiefähigkeit, weil „dadurch die Gattung Mensch überhaupt überlebt hat“. Thomas holt sich seine Über-Lebensweisheiten nur noch aus dem Internet und arbeitet am Crowdfunding für Isabellas Baby, das es „sicher nicht leicht haben wird“. Einzig dem träumenden Andreas scheint es gut zu gehen, um sich adäquat auszudrücken, kommuniziert er nur noch in Grunz- und Tierlauten… Das zwingt uns zum alles befreienden „Unsinn“. Zur Anarcho-Performance. Und zur Erkenntnis, dass in diesem Unsinn allemal mehr Erkenntnis liegt, als in der vermeintlichen Logik eines alles niederreißenden digitalen Leviathans.

                  

Reaktionen

„Wieder eine Uraufführung von Martin Gruber und seinem aktionstheater ensemble, das nun seit über 35 Jahren mit ihren Produktionen Furore macht. Wieder Brachialkomik, Ironie, brutal gebrochen. Wieder eine Paternosterfahrt durch Menschliches. (…) Wieder ein Meisterstück.“

tanz.at

„Mit ‚Human (Ich bin Mensch)‘ zelebriert das aktionstheater ensemble einmal mehr die Absurditäten der Gegenwart, begleitet von einer rastlosen Choreografie und wiederkehrenden Bewegungsabläufen.“

Ö1 Kulturjournal

„Nein, es geht nicht um Künstliche Intelligenz, die längst zum Alltag gehört, nicht um die sozialen Medien, die uns mit schwindelerregender Geschwindigkeit überschwemmen, und auch nicht um die Chatbots, die Echtheit simulieren — es geht um den Menschen. (…) Mit erschütternder Direktheit spüren wir am eigenen Leib, was geschieht: den Verlust unserer selbst in einer Welt, in der Roboter unseren Platz einnehmen werden — in allen Bereichen, wie am Ende der Inszenierung deutlich wird. (…) Faszinierend, der Mut auf der Bühne — diese unglaubliche Mischung aus radikaler Aufrichtigkeit, Kühnheit, Witz, Essenzialität und Tiefe.“

Nelis World

„Das aktionstheater ensemble ist eine der renommierten freien Theatergruppen. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen sich die Künstler:innen mit aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen und deren Auswirkungen. In ihrer neuesten Produktion ‚HUMAN‘ gehen sie der fragen nach, wie KI unser Leben tagtäglich verändert.“

ORF online

„Andi Dauböck und Jean Philipp Oliver Viol werden mit nackter Brust den Algorithmus ins Rhythmische transferieren, Andreas, Isabella, Thomas, Kirstin und Benjamin werden über die Bühne hetzen, so als würde sich wenigstens mittels gemeinsamer Aktivität ein Miteinander erleben lassen, während die auf die Stoffbahnen projizierten Österreich-Flaggen allmählich den Bildern von Robotern weichen.  (…) Die Projektionen der Roboter werden sich an der dahinterliegenden Wand abbilden, so als wären sie Geister, die man – einmal gerufen – nie mehr los werden könnte.“

Bruckners Kultur Blog

„Sie gelten als die schnelle politische Eingreiftruppe der Theaterszene. Immer am Puls der Zeit und sehr persönlich analysieren sie dieses Mal die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz. ‚Je mehr in der letzten Zeit über KI diskutiert wird, desto mehr interessiere ich mich für den Menschen‘, Martin Gruber über das neue Stück HUMAN. In einer Welt, die der Algorithmus bestimmt und nicht das Gefühl, in der es zunehmend um Perfektionismus und Erfolg geht, wo ist da noch Platz für Widerspruch, Zufall oder Kreativität. Auch darum geht es in diesem rasanten Stück über das Menschsein.“

ORF Zeit im Bild

„Expressiv und melancholisch, ein mitreißendes Requiem des modernen Menschen zwischen KI und Lebensschrei, ein Theaterabend der Sonderklasse, der mit großem Applaus belohnt wird! Umjubelte Uraufführung!“

Literatur outdoors