Immersion. Wir verschwinden (2016)

Uraufführung
Koproduktion mit ARGEkultur, Kooperation mit Spielboden, Werk X

Martin Gruber und sein eben mit NESTROY-Theaterpreis ausgezeichnetes aktionstheater ensemble widmen sich in ihrer neuen Uraufführung jenen am gesellschaftlichen Kuchen Zukurzgekommenen, für die Aufmerksamkeit alles bedeutet und doch in ihrer Einsamkeit verloren gehen. Selbstverständlich darf auch hier wieder der ironische Blick auf die eigene Theaterarbeit nicht fehlen.

Michaela entrüstet sich über das mangelnde Können einer Darstellerin aus einem Werbeclip für eine Provinzstadt. Das hätte sie wirklich besser gemacht. Andreas darf während einer Gala vor internationalen Finanzmogulen seine Gedichte vortragen. Eine Karriere als gefeierter Poet scheint sich aber doch nicht abzuzeichnen. Martin träumt vom großen Durchbruch als Schauspieler in einer französischen Filmproduktion. Bei den Dreharbeiten am Mount Everest wird er aber zum Statisten degradiert. Sein einziger Satz wird gestrichen. Von nun an geht’s bergab. Zurück in der Realität bleibt für alle ein Engagement beim aktionstheater ensemble. Anlässlich eines drohenden Rechtsruckes, entschließt man sich nur noch Komödien zu machen. Das hat in früheren Zeiten auch schon einmal funktioniert…

Um die Grenzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit vergessen zu machen, konterkarieren die Sängerin Sonja Romei und „Tanz Baby!“-Mastermind Kristian Musser das Geschehen mit minimalistischen Interpretationen vergangener Hits und sphärische Neukreationen. Immersion. Wir verschwinden. Eine poetische Intervention.

Selten so gelacht wie über die Tragödien dieser Grands Guignols eines nicht bewältigten Alltags. Ihr Scheitern ist zum Totlachen ernst.man kann es als grenzgenial einstufen (…) (nachtkritik.de) // „Dieses Theater der Einsamkeit ist so nahe am Realen … weil in Form gebracht, weil auf der Bühne gekonnt dargestellt, weil mit Rhythmen und Gesang durchwoben, weil immer wieder ins Absurde gekippt, mag man gut verstehen, dass Martin Gruber und sein Off-Theater-Ensemble Anfang neuerlich mit einem ‚Nestroy‘ ausgezeichnet worden sind.“ (Salzburger Nachrichten)
hochpolitische, rasante und provokante Performance. Nicht nur Mitlachen, auch Mitdenken sei ausdrücklich erwünscht.(Dorfzeitung)
„Das hohe Level an Selbstironie und brutaler Selbstreflexion bringt das Publikum zum Lachen, aber auch zum Nachdenken … die Komödie habe immer schon funktioniert. Da bleibt einem das Lachen im Hals stecken.“ (derStandard)
Regisseur Martin Gruber und sein Aktionstheater Ensemble verzaubern und überzeugen in jeder Hinsicht. Man sieht einen prekären Jahrmarkt der Eitelkeit, der ein wenig wehtut, aber nicht allzu lang, dafür ist diese Aufführung viel zu spritzig und wortgewandtEin wahres Kunststück. (die Presse)

Buch, Regie: Martin Gruber
Text: aktionstheater ensemble, Martin Gruber und Claudia Tondl, Everstdownload: Eugen Fulterer http://www.361wien.at/erlebnisgewebe/2016/4/27/everest, Dramaturgie: Martin Ojster, Musik: Sonja Romei, Kristian Musser, Bühne: Sebastian Spielvogel, Regieassistenz: Robin Sarah Ströhle
DarstellerInnen: Susanne Brandt, Michaela Bilgeri, Martin Hemmer, Andreas Jähnert
und Sonja Romei, Kristian Musser