Woyzeck. Love Story (1995)

2. Teil der Büchner-Trilogie

Presse (Auswahl)

“Im dietheater Künstlerhaus, in das der junge wilde Regisseur Martin Gruber mit “Woyzeck Love Story” das grandiose Mittelstück seines Büchner Triptychons hineinbugstiert hat, zeigt das Aktionstheater Ensemble die Zeit danach….Vor papierenen Wänden geht die Welt zuschanden. Und wenn sie erst kaputt ist, rattert sie von neuem los. Wie auch Gruber sein so stilsicheres wie sinnliches Theater hoffentlich immer wieder von neuem anwirft.” (DER STANDARD)

“Der in Wien lebende Vorarlberger Regisseur Martin Gruber hast sich durchgesetzt… es gelingt an “Woyzeck”, Büchners Sprache, seine Wut und seinen Fatalismus sinnverschärft herauszuarbeiten. Ein Lob der Präzision. Auch jener der Darsteller.” (FALTER) “

„(…) Sie alle wissen nicht, was sie tun. Das ist die schlimme Tragödie, denn so hat keiner Schuld … und in diesem aneinander Vorbeireden entkommt ihnen nie ein Ton, als sei er nicht von Büchner gedacht …So einsam war Woyceck noch nie, Marie nie so unschuldig. Und Büchner so tragisch.” (DIE PRESSE)

“Dem Aktionstheater ist mit “Woyzeck Love Story” zweifellos eine diskussionswürdige Arbeit mit vielen starken Momenten gelungen. Berührend ist etwa der an Kälte und Schärfe kaum zu übertreffende Dialog Woyzeck – Doktor.”  (SALZBURGER NACHRICHTEN)

“Und sie sind, wie alle Figuren, die Büchner in seinen Dramen präsentiert, unter uns. Das macht Grubers Inszenierung so deutlich wie bisher kaum eine andere.”(WIENER ZEITUNG)

“Er reduziert seine Regieführung auf eindimensionale Striche, verzichtet auf Schattierungen, verleiht den skizzenhaften Bildern präzise, klare Schärfe: die Quintessenz, am goldenen Tablett serviert.” (KURIER)

Besetzung

Regie: Martin Gruber
Text: Georg Büchner
Bühne: Stefan Rieckhoff
Kostüme: Belara Zupan
Musik: Peter Herbert
Dramaturgie: Harald Jokesch
Regieassistenz: Alexandra Abbrederis
Produktionsleitung: Herbert Kronsteiner
Fotos: Claudia Prieler
Mit: Alexander Mitterer, Vanessa Payer, Walter Mathes, Susanne Brandt, Monica Anna Cammerlander, Marie Therese Escribano, Marion Kansy, Jella Jost

Der einfache Soldat Franz Woyzeck, der seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind finanziell zu unterstützen versucht, arbeitet als Bursche für seinen Hauptmann. Um sich einen zusätzlichen Verdienst zu seinem mageren Sold, den er restlos an Marie abgibt, zu sichern, lässt er sich von einem skrupellosen Arzt zu Versuchszwecken auf Erbsendiät setzen. Hauptmann und Arzt nutzen Woyzeck nicht nur physisch und psychisch aus, sondern demütigen ihn obendrein in aller Öffentlichkeit.
 Als Marie heimlich eine Affäre mit einem Tambadourmajor beginnt und Woyzecks aufkeimender Verdacht sich bestätigt, nachdem er Marie im Wirtshaus beim Tanz mit dem Nebenbuhler beobachtet hat, glaubt er, innere Stimmen zu hören, die ihm befehlen, die treulose Marie umzubringen. Weil sein Geld für den Kauf einer Pistole nicht ausreicht, besorgt er sich ein Messer, führt Marie auf einem abendlichen Spaziergang in den nahegelegenen Wald und ersticht sie dort am Ufer eines Sees.