Operette. Apokalypse (1999)

Uraufführung

Der Beitrag des aktionstheater ensemble zum Johann Strauss Jahr. Ein Stück über die Operette in ihrer göttlichen Idiotie, ihrer himmlischen Sklerose. „Operette. Apokalypse“ kombinierte den „monumentalen Schwachsinn“ der Operette mit dem „monumentalen Pathos der Geschichte“. Er konfrontierte die Prinzen und Prinzessinnen, die Grafen, Barone, Marquisen und Generäle aus dem Operetten-Fundus Revolutionären, aufsässigen Lakaien und korrupten Intellektuellen. Eine absurden Weltuntergangsvisionen, in der „hinter der Operettenmaske das blutüberströmte Antlitz der Menschheit“ gezeigt wird.

Besetzung

Regie: Martin Gruber
Text: Witold Gombrowicz
Dramaturgie, Produktionsleitung: Martin Ojster
Musik: Michael Mautner
Bühne, Ausstattung: Tone Fink
Kostüme: Anna Gruber, Martin Gruber
Körpertraining: Sigrid Reisenberger
Assistenz Bühne: Lothar Sonnweber
Assistenz Regie: Barbara Toth
Maske: Jan Kempkens
Mit: Erik Jan Rippmann, Susanne Brandt, Thomas Martin Kramar, Werner Landsgesell, Wolfgang Lesky, Sigrid Reisenberger, Rüdiger Hentzschel, Massud Rahnama

Presse (Auswahl)

“Im schrägen Beitrag des Aktionstheater Ensemble zum Strauß Jahr werden sämtliche Operettenklischees potenziert und hemmungslos ausgewalzt … ein köstlicher Spaß an der Grenze zur Genialität. Werner Landsgesell und Wolfgang Lesky brillieren.”(DIE FURCHE)

“Das Stück selbst ist nicht mehr als ein Entwurf, der allerdings klar macht, welcher verlogene Wahnsinn in solchen Operetten-Klischee-Handlungen steckt, wieviel Potential zur Revolution zum Vorschein kommt, wenn man daß Gezwitschere hinterfragt … Gruber tut es in einer Inszenierung, die Stil total, perfekt gemacht ist… Perfekt, weder Radikalität noch Unappetitlichkeit scheuend, gnadenlos den zerfressenden Geist transparent machend, der hinter allem steht.” (VORALRBERGER NACHRICHTEN )

“Es ist als ob Regisseur Martin Gruber das Stück lustvoll mit dem Messer der Dekonstruktion tranchiert hätte … Massud Rahnama als Diener Ladislaus. Er spielt ganz allein die Revolution, den “Wind der Geschichte”, der in den faulen Operettenstaat hineinfegt: Irre zitternd, gespenstisch lachend tänzelt er nach vorne und spielt in einer Höllennummer vor, was das bedeutet: erschießen, köpfen, in den Boden stampfen. Die Revolution ein Revanchefoul.”(DER STANDARD)

“ (…) denn Prinz und Prinzessin Himalaj, die ranke Susanne neben Thomas Martin Kramar sind bei allem Blödsinn den sie zu reden haben, lebendige, wahrhaftige Menschen, die ihre Ängste und Freuden offen im Gesicht zeigen… und wenn Sigrid Reisenberger als weibliches Ziel männlicher – echter? vorgetäuschter? Begierden auftritt, ist sie zum Küssen … Massud Rahnama heißt dieser eigentümliche Charakterspieler von jener äußeren Fremdheit, die jede Geste so geheimnisvoll erscheinen lässt – Ladislaus (Massud Rahnama): die erschreckende Maske Mensch hinter der Operettenmaskerade.”(DIE PRESSE)

“In schrägen Bildern werden die Operettenfiguren charakterisiert. “Ich bin Graf Charme, Eroberer von Damen…” trällert Werner Landsgesell als Graf Charme, ehe er –“Ladislaus eine Spritze” – zur Droge greift. Dermaßen aufgeputscht peilt er das Opfers seiner Anmache an: Albertinchen die Nacktseinwollende. Die Apokalypse ist vorprogrammiert: Eine ganze Gesellschaft leidet unter Blähungen, bis der kotzende Adelige (Rüdiger Hentzschel) den Aufstand macht… perfekte Ästhetik, ein glänzendes Ensemble.”(KURIER)