Cenci (2007)

Manifest der Bühnenanarchie

Es ist ein ausgelassener Tag. In seinem Reich herrscht der Tyrann Francesco Cenci über seine Familie und alles, was ihn umgibt. Als gewalttätiger Repräsentant eines patriarchalen Systems erhebt er sich über seine Familie – er hat sie geschaffen, weshalb er sich auch das Recht nimmt, sie zu sezieren, zu demütigen, zu zerstören. In einem orgiastischen Bildereigen drehen Regisseur Martin Gruber und das aktionstheater ensemble an der Spirale der Gewalt, die scheinbar vom Einzelnen nicht durchbrochen werden kann und lassen die Familie Cenci heiter singend in den Abgrund gleiten. Mit ganzem Körpereinsatz und dem Drive von Punk-, und Rockballaden wird das Publikum mit seiner Angst und Schaulust konfrontiert: mit den Ritualen und Visualisierungen der (Medien)Gesellschaft.

Besetzung

Regie: Martin Gruber
Text: nach Antonin Artaud
Musik: Martin Kratochwil, Tini Trampler
Dramaturgie: Martin Ojster
Bühne, Kostüm: Valerie Lutz                                                                                                                                                                                                                                                                                            Bühne: Martin Platzgummer
Regieassistenz: Hacer Göcen
Mit: Maximilian Achatz, Lucy McEvil, Roswitha Soukup, Simon Hatzl, Martha Laschkolnig, Angelika Gruber, Tini Trampler, Martin Kratochwil, Günther Schiebeck, Georg Mauerhofer.

Presse (Auswahl)

„Dieses Manifest der Bühnenanarchie wurde vom aktionstheater ensemble kongenial umgesetzt. Vermutlich wäre Artaud hell begeistert von dieser Inszenierung (DER STANDARD)

„Dass sich Regisseur Martin Gruber mit seiner ihm eigenen Ästethik dem radikalen Poeten und Surrealisten Artaud annimmt, ist ein mehr als nur logischer Schritt. Denn sowohl die Inszenierungen von Gruber als auch die Arbeiten von Artaud sind eine Sichtweise, eine Landschaft, von der man als Zuschauer erst allmählich entdeckt, dass man sich bereits darin befindet.“ (KULTUR)

„Kein Zufall dass sich der risikofreudige Aktionstheaterleiter Martin Gruber an Artaud heranwagt. Gruber konfrontiert das Publikum subtil mit der eigenen Schaulust und lässt dabei in Abgründe blicken. Spielerisches und Grausames, viel Applaus.“ (VN)

„(…) eine ausbalancierte Mischung aus stark expressiven und leisen poetischen Momenten. Subtil werden Machstrukturen aufgezeigt. Mit großer sprachlichen Genauigkeit und bestens abgestimmten musikalischen Elementen. In einer Ausstattung mit schrecklichen und eindringlichen Bildern, absurd bizarren Momenten, ironisch-witzige Augenblicken. Ein insgesamt in sich stimmiges Gesamtkunstwerk.“ (NEUE)