Bei den Fischers (2000)

Uraufführung

Eine surreale Polit-Performance. Das Stück spielt in der trauten bildungsbürgerlichen Stube der Familie Fischer. Herr und Frau Fischer, beide Alt-68er – sie ist Lehrerin, er ist Arzt (nicht oral, nicht anal, nur Resopal). Sie empört sich über rechtsgerichtete Schüler und faschistoide Nachbarn (jetzt weiß ich warum sie so gerne Fleisch isst, weil es braun ist). Er kann diese Empörung nicht teilen und hält seine Frau zur Masturbation mit einem Gartenzwerg an. Sie erregt sich verbal, er sexuell und beide warten auf Ernst Ernst Schrittmacher, den Spezialdemokraten: unsterblich, ewig jung, ewig bodenständig, ewig national. Bei den Fischers ein Stück über die den österreichischen Staat, eine demagogische, korrupte Politikerkaste. Einerseits Rückblick der politischen Entwicklung, andererseits surreale Vorschau eines politischen Albtraums.

Besetzung

Regie: Martin Gruber
Text: Stephan Eibel Erzberg
Dramaturgie, Produktion: Martin Ojster
Bühne, Kostüm: Stefan Rieckhoff
Musik: Peter Herbert
Regieassistenz: Barbara Toth, Christiane Sieveking
Maske: Jan Kempkens
Grafik: Elisabeth Kopf
Bewegungstechnisches Coaching: Kazuko Kurosaki
Musik: Peter Herbert, Wolfgang Muthspiel, Matt Wilson, Skuli Sverrison, Ken Butler, Alexandra Montano, John Mettam, Franz Hautzinger
Mit: Susanne Brandt, Erik Jan Rippmann, Werner Landsgesell, Marion Kansy

Presse (Auswahl)

„Hier bleibt das Lachen nicht im Hals stecken, es entsteht erst gar nicht: Stephan Eibel Erzbergs surreale Politperformance lässt von Text und Wortwahl her nichts an Bissigkeit zu wünschen übrig, in Martin Grubers Regie und Inszenierung wird es zum bildungsbürgerlichen Horrortrip.“ (FURCHE)

„Ein surrealer Totentanz. In subtil choreografierten Szenen spielt Gruber virtuos mit Nöten, Ängsten und Befindlichkeiten. In Zeitlupe werden dumpfe Humpen entlarvt, wird heimische Politlandschaft karikiert. Kafka und Nosferatu, Chaplin und Tschechow – mit Genuss taumeln Erik Jan Rippmann, Marion Kansy, Susanne Brandt und Werner Landsgesell in ein böses Traumtheater“ (KURIER)

„Klar, dass ein Ernst Schrittmacher – unverbraucht, auf ewige Jugend getrimmt – die Gutmenschen Fischer besonders erbost. Einer, der fröhlich in den blauen Anzug schlüpft. Einer der seine Grundwerte verraten und verkauft hat. Der demagogisch mit dem Trend geht. Ein Spezialdemokrat… mühsame Bewegungen in Zeitlupe, verzerrte Gesichter, penetrant grelles Licht – eine unbequeme, deshalb gute Performance. Gruber und das Aktionstheater erzählen alles andere als narrativ, der simple Plot, der Mord, ist nur der Aufhänger. Sie provozieren Abgründe, Ängste, üben auf grelle doch subtile Weise Kritik. Mitdenken ist gefordert, genaues hinhören.“ (SÜDKURIER /D)